Haustür ohne unnötige Hürden
Die richtige Haustür verhindert Durchzug, hält Wärme drinnen (oder im Sommer draußen), schützt vor Einbruch und sieht dabei auch noch gut aus. Neben all diesen Punkten wird ein wichtiger Aspekt jedoch oft vergessen: Die perfekte Tür ist barrierefrei oder zumindest barrierearm. Barrierefreiheit bedeutet dabei mehr als Komfort, sondern kann den Alltag in verschiedenen Lebensphasen und -situationen deutlich erleichtern. Zum Beispiel wenn man mit einem Kinderwagen, Rollator, Rollstuhl – oder einfach nur mit dem Wocheneinkauf vollgepackt durch die Tür gehen möchte. Damit sie sich leicht und sicher nutzen lässt, kommt es auf verschiedene Details an. So können eine zu hohe Schwelle, ein schweres Türblatt oder die schlecht erreichbare Klingel den Alltag unnötig erschweren.
Hindernis Türschwelle
Mit freiem Blickfeld, normaler Beweglichkeit und ohne zusätzlichen Ballast fällt eine Türschwelle kaum auf. Wer jedoch schon mal mit der Fußspitze daran hängen geblieben und ins Haus gestolpert ist oder versucht hat, einen schweren Kinderwagen drüber zu schieben, weiß, wie schnell aus der unscheinbaren Erhebung ein echtes Hindernis werden kann. Besonders für Menschen mit Mobilitätseinschränkung, solchen, die auf eine Gehhilfe angewiesen sind oder deren Sicht eingeschränkt ist, kann die Türschwelle zum Unfallrisiko werden. Für Rollstuhlfahrer ist sie eine der zahlreichen Hürden, die ihnen im Alltag begegnen.
Bei der Planung einer neuen Tür sollte deshalb geprüft werden, wie sich der Übergang zwischen Außen- und Innenbereich möglichst komfortabel gestalten lässt. Allerdings sind komplett schwellenarme Lösungen nicht für jede bauliche Situation geeignet. Wo eine solche nicht möglich ist, lässt sich oft trotzdem eine möglichst niedrige Lösung finden, zum Beispiel durch das Reduzieren auf das technisch erforderliche Mindestmaß und Abrunden oder Abschrägen der Kanten. Geht auch das nicht, können abgeschrägte Übergangsprofile oder flache Schwellenrampen helfen.
Wenn die Tür zu schwer ist
Eine Haustür kann noch so schön und sicher sein: Wenn sie sich nur mit großem Kraftaufwand öffnen lässt, kann das im Alltag zum Problem werden. Wenn man mit Baby auf dem Arm und mit Einkaufstüten bepackt versucht, sie aufzubekommen oder wenn noch Rollator bzw. Kinderwagen mit hineinmüssen. Auch haben Senioren und Kleinkinder nicht immer genügend Kraft, um ein schweres Türblatt aufzudrücken. Hier helfen leichtgängige Türbänder und Beschläge sowie ein gut greifbarer Türgriff. Außerdem kann das Türblatt selbst möglichst leicht gestaltet werden. So ist eine Haustür aus Kunststoff oder Aluminium in der Regel leichter als eine massive Holz- oder Stahltür. Auch die Füllung trägt zum Gewicht bei. Reicht das alles nicht aus, lohnt es sich, über eine Türöffnungsunterstützung nachzudenken. Ein elektrischer Türöffner oder motorischer Türantrieb verringern die benötigte Kraft und können auch nachgerüstet werden.
Profitipp: Schlüsselloser Zugang
Statt mit Schlüsseln hantieren zu müssen, lassen sich Haustüren auch per Zahlencode, Fingerabdruck, Transponder oder Smartphone öffnen. Das ist besonders praktisch, wenn man die Hände mit Kind, Kegel, Gepäck, Einkäufen, Rollator und Co voll hat. Aber auch bei motorischen Einschränkungen können solche Lösungen den Alltag erleichtern.
Auf Details kommt es an
Auch Ausstattung- und Bedienelemente sollten bei der Planung mitberücksichtigt werden. Eine Klingel, die nur mit ausgestrecktem Arm erreichbar ist – oder aus dem Rollstuhl heraus gar nicht – schränkt die Selbstständigkeit ein. Gleiches gilt für Briefkästen, Türspione. Türklinke und Co. Verschiedene Körpergrößen, Rollstühle, Rollatoren oder Kinder: Die Position der Details sollte zu den Personen passen, die den Eingang nutzen, auch wenn das auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint. Für Familien kann es praktisch sein, wenn Kinder die Klingel gut erreichen können, ohne dass sie direkt an den Türgriff oder die Türöffnung gelangen. Dafür kann eine zusätzliche Funk-Klingel angebracht werden. Wird sie nicht mehr benötigt, lässt sie sich ganz einfach entfernen.







