Klapp-Schwingfenster
Warum manche Fenster nach außen öffnen
In deutschen Haushalten gehören Dreh-Kipp-Fenster zum Standard. Ihre Flügel lassen sich sowohl ganz nach innen aufschwenken oder man bringt sie in Kippstellung. Dieser Mechanismus sorgt bei Besuchern aus anderen Ländern regelmäßig für Erstaunen. In den USA oder Großbritannien sind beispielsweise Schiebefenster weit verbreitet – andernorts heißt es entweder ganz auf oder zu. Allerdings gibt es auch ohne die Besonderheit „Kippfenster“ zahlreiche Varianten, wie sich Fenster öffnen. So schwingen einige nach außen raus.
Der Wind arbeitet mit
In Skandinavien ist dies nicht selten. Die Flügel der dortigen Klapp-Schwingfenster sind im oberen Teil fixiert, während man sie aufschwingt. Dass dieser Mechanismus (englisch: top-hinged für „oben aufgehängt“) gerade in windigen und regnerischen Regionen beliebt ist, ist nicht verwunderlich. Er hat einen großen Vorteil: Bei geschlossenem Fenster wird der Winddruck genutzt, um die Dichtheit zu verbessern. Bei starkem Wind presst der Luftdruck den Flügel fest gegen den Rahmen, statt ihn wegzudrücken. Das verbessert auch die Wärmedämmung. Außerdem macht das Prinzip die Fenster noch regenfester, da Wasser nicht so leicht in Fugen eindringen kann. Das steigert zudem die Haltbarkeit.
Es gibt aber auch Nachteile:
- Fensterputzen gestaltet sich schwierig, da man nur schwer an die Außenseite der Scheibe kommt. Das ist gerade in höheren Stockwerken ein Problem und ohne Hilfsmittel fast unmöglich
- Außenrollos oder Insektenschutz sind nur schwer bis gar nicht montierbar. Möglichkeiten sind Rollos, die über dem Fenster montiert sind. Sind sie komplett eingezogen, kann es geöffnet werden.
- Nach außen gekippte Fenster bergen ein höheres Verletzungsrisiko. Windböen können sie unerwartet zuklappen. Was besonders für Kinder und Tiere gefährlich ist. Viele moderne Modelle sind deshalb mit einem Soft-Close-Mechanismus ausgestattet.
An der Küste wird nach außen geklappt
Übrigens: Wenn auch nicht häufig, findet man in Deutschland immer mal wieder Fenster, die sich nach außen öffnen lassen. Vor allem in Regionen mit hohe Wind- und Regenlasten wie an Nord- und Ostsee. Auch bei der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden werden sie verbaut.








