„T“ wie Tagesfalle (Bauelemente-ABC)
Mal eben den Müll rausbringen oder mehrere Kisten rein- und raustragen: Was ganz schnell und unkompliziert erledigt sein könnte, scheitert häufig an der Haustür. Nämlich dann, wenn sie automatisch zuklappt und man erst mal den Haustürschlüssel zücken muss, um sie zu öffnen. Nicht immer gibt es einen Keil, Stopper oder Rückhaltehaken, mit dem man sie fixieren könnte. Was die meisten Eingangstüren allerdings haben, ist eine Tagesfalle bzw. Tagesentriegelung. Das gilt auch für moderne Modelle.
Versteckte Entriegelung
Wer sie nutzen möchte, muss sich das Schließblech genauer ansehen. Dort befindet sich ein kleiner Schiebe- oder Kipphebel. Bei einigen Verriegelungsmechanismen kann der Hebel auch direkt am Schlosskörper der Tür verbaut sein. Wird er umgelegt, hält er die Schlossfalle zurück, sodass die Haustür nicht verriegelt. Dadurch lässt sie sich jederzeit aufdrücken und -ziehen. Neben dieser mechanischen Ausführung gibt es auch E-Öffner mit Tagesentriegelung, die sich über Zutrittskontrollen oder Gegensprechanlagen steuern lassen.
Vor- und Nachteile der Komfortfunktion
Vorteile
Der Nutzen dieser Art dauerhafter Entriegelung liegt auf der Hand:
- Postboten oder Lieferdienste können ohne Schlüssel ins Haus (Kein klingeln, um an Briefkästen und Co. zu kommen. Lieferungen auch bei Abwesenheit möglich).
- Bei Umzug, Sperrmüll, Handwerkern im Haus etc. muss nicht immer jemand bereitstehen, der die Tür öffnet (und Außenstehenden braucht kein Schlüssel überlassen werden).
- Kleine Erledigungen wie Müll rausbringen oder Fahrrad in den Keller stellen, werden vereinfacht, da man nicht immer den Schlüssel raussuchen muss.
Nachteile
Die Tagesfalle ist sehr komfortabel. Sie hat allerdings auch Nachteile:
- Wird vergessen, den Hebel zurück auf „schließen“ zu stellen, bleibt die Haustür dauerhaft geöffnet. Das kann vor allem nachts zum Sicherheitsrisiko werden, da Unbefugte ohne Mühe ins Treppenhaus gelangen (Gefahr für Einbruch, Vandalismus, Diebstahl).
- Für Mehrparteienhäusern birgt die Funktion Konfliktpotenzial. Der Streit entflammt häufig zwischen Bewohnern, die die Tagesentriegelung oft oder zu ungünstigen Zeiten öffnen und Parteien, die Wert darauf legen, dass die Haustür permanent geschlossen ist. Ob und wie die Entriegelung genutzt wird, hängt zwar auch von der Hausordnung ab, einige Hausverwaltungen bauen die Tagesfalle aber aus oder blockieren sie dauerhaft um einer fehlerhaften Bedienung vorzubeugen.
Achtung bei Sicherheit und Versicherungsschutz!
Auch viele moderne Türen bringen eine Tagesfalle mit. Allerdings kann die integrierte Einbruchsicherung nur funktionieren, wenn die Tür tatsächlich verriegelt ist. Nur dann greift die Sicherheitsklasse, für die sie zertifiziert wurde. Das sehen auch Hausratversicherungen so. War die Tür lediglich über eine Tagesfalle entriegelt, gilt sie als nicht ausreichend gesichert. Dadurch kann die Versicherung den Schadensbetrag reduzieren oder eine Auszahlung ganz verweigern. Das gilt übrigens auch bei Wohnungstüren, die nur zugezogen, aber nicht abgeschlossen sind.







